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Erschöpfungszustand 

- erschöpft und verzweifelt -

Patienten mit Erschöpfungszustand lernen in der Habichtswaldklinik,
wie sie wieder zu Kräften kommen

 

Viele Menschen fühlen sich vom Erschöpfungszustand betroffen, ohne vielleicht genau sagen zu können warum und was sie damit genau meinen.  

Was ist Erschöpfungszustand?

Die Betroffenen leiden unter körperlicher und seelischer Erschöpfung. Der Erschöpfungszustand ist ein Zustand, der sich nicht schlagartig, sondern schleichend einstellt, meist als Folge einer längeren Überforderung.

Viele Symptome werden unter einem Erschöpfungszustand zusammen gefasst: psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Herzprobleme oder Tinnitus. Oft kommen Missbrauch von Alkohol, Medikamenten oder Genussmitteln hinzu. Im schlimmsten Fall kommt es zum völligen Zusammenbruch, zu schweren Depressionen, zu Selbstmordgedanken.  

An einem Beispiel möchte ich verdeutlichen, wie ein Erschöpfungszustand sich anfühlt, zu welchen Folgen er führen kann.  

Beispiel eines Betroffenen:

Irgendwann kann er nicht mehr. Wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, weint er nur noch. Abends beim Einschlafen, morgens beim Aufwachen. Dazwischen träumt er von seinen Akten. Vor Stress fallen ihm die Haare aus. Endlich rafft er sich auf und gesteht sich ein, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Er sagt den Kollegen, ich fahr in Kur, stellt euch drauf ein, dass ich länger weg bin. Warum, sagt er nicht. Schwäche zeigen ist nicht seine Stärke. Der 35-Jährige ist Richter in einer kleinen Stadt in Süddeutschland. Er leidet unter einem Erschöpfungszustand.

Der Richter hört rechtzeitig auf den Rat seiner Schwester und lässt sich in eine Klinik einweisen. In Deutschland haben sich mehrere auf Erschöpfungszustand -Patienten spezialisiert. Er entscheidet sich für die Habichtswald-Klinik in Kassel. Zu den Schwerpunkten gehören dort erlebnis- und körperorientierte Verfahren, beispielsweise Rollenspiele, Körperübungen und Kunsttherapie wie das Ausdrucksmalen. Die Betten in der psychosomatischen Abteilung sind meist belegt, viele kommen mit dem zunehmenden Druck in der Arbeitswelt nicht mehr zurecht.

Der 35-Jährige mit dem jungenhaften Gesicht und den wachen Augen hat eine rasante Karriere hinter sich. In kürzester Zeit absolviert er sein Jurastudium, bekommt danach gleich eine Stelle. Obwohl "blutiger Anfänger", ist er bald "für alles zuständig": Adoptivsachen, Scheidungssachen, Abschiebehaft. Er liebt seinen Beruf, macht ihn "mit Leib und Seele". Immer ist er perfekt vorbereitet. Er arbeitet rund um die Uhr, verzichtet auf Urlaub. "Ich bin sehr belastbar", sagt er, "mein Anspruch war es immer, alles zu schaffen, egal, wie viel es ist."

Als in seinem neuen Dezernat eine Stelle ersatzlos gestrichen wird, sind die Aktenberge eigentlich nicht mehr zu bewältigen. Statt 600 müssen pro Jahr jetzt über 1000 Akten bearbeitet werden. Er will es trotzdem schaffen, so wie immer. Ordnet sein Privatleben der Arbeit unter: lässt seinen Urlaub verfallen, nimmt nur im Sommer ein paar Tage frei. Bearbeitet da die Akten, die er im Büro nicht schafft. Seine Freundin muss dreimal alleine in den Urlaub fahren, sie streiten sich deshalb. Kino, Theater, Reiten, Surfen, Tennis - für nichts findet er mehr Zeit, auf nichts freut er sich mehr.

"Ich hetze von Entspannung zu Entspannung"

Abends nach dem Essen kommen die Akten auf den Tisch. Für ein Buch oder einen Film hat er nicht die Ruhe, "in der Zeit könnte ich doch auch arbeiten". Zweimal geht er zum Direktor, sagt, es sei nicht mehr zu schaffen. Vor einer schriftlichen Überlastungsanzeige, wie in solchen Fällen üblich, scheut er sich. Krank sei er in den sechs Jahren trotzdem nie geworden, erzählt der Richter. Zumindest hat er sich nicht krank gemeldet. "Ich bin ein Typ, der auch mit Fieber verhandelt." Nur an Wochenenden oder zu Weihnachten ist das Fieber manchmal stärker, wenn er weiß, dass er im Büro nicht ausfällt. "Setz dich doch einfach mal hin und entspann dich", sagt die Freundin immer wieder. Aber er kann nicht.

Auch nicht in den ersten Wochen in der Habichtswald-Klinik. Das Büro geht ihm nicht aus dem Kopf. Und dann der neue Terminkalender. "Ich hetze von einer Entspannung zur nächsten", sagt er und lacht zum ersten Mal. Rückenmassage, Körperstrukturgruppe, Tai Chi und Tiefenatmung - er hat sich so viele Termine aufgeladen, dass er nur an den Wochenenden zum Ausruhen kommt. Wieder hat er maximale Ansprüche an sich, "man will ja auch was für sich erreichen". Er muss sich "unter Druck setzen, sich nicht unter Druck zu setzen".  

Dies ist eine Haltung, die ich von vielen unserer Patienten kenne. 

Behandlung bei Erschöpfungszustand:

Ziel der stationären Behandlung bei Erschöpfungszustand in der Habichtswaldklinik ist es, die Menschen vorübergehend aus ihren Alltagspflichten herauszuholen, um ihnen Zeit und Raum zu geben, zu sich selbst zu finden. Die Habichtswaldklinik steht für einen ganzheitlichen Ansatz, die Trennung zwischen Schulmedizin und alternativer Medizin ist hier aufgehoben. Wir fragen auch nach der Lebensgeschichte der Patienten, beziehen das soziale Umfeld mit ein. Denn nur so lassen sich die zahlreichen Belastungsfaktoren, die zum Erschöpfungszustand führen, angemessen erfassen und behandeln.

Als mögliche Auslöser für einen Erschöpfungszustand sind zu nennen: neue Arbeitsumstände wie Beförderung, Jobwechsel oder Umstrukturierungen in Unternehmen. Betroffen sind meist Menschen aus helfenden und sozialen Berufen, Ärzte, Krankenschwestern, Lehrer. 

Zur Risikogruppe der Gefährdeten gehören auch die so genannten Kreativen und Manager. Nach einer gerade veröffentlichten Untersuchung des Instituts für Arbeits- und Sozialhygiene in Karlsruhe leiden 25 Prozent der 2000 untersuchten Führungskräfte unter vegetativen Beschwerden: Erschöpfung, Schlafstörungen, Depressionen. Und zwar so stark, dass sie behandelt werden müssen.

Einige große Konzerne wie Lufthansa oder Volkswagen haben das Risiko erkannt und bieten Antistressprogramme an, die ihre Mitarbeiter vor einem Erschöpfungszustand schützen sollen.

Auch Matthias Burisch, Psychologe an der Universität Hamburg, führt Stressmanagement-Seminare für Firmenmitarbeiter durch - meist unter Titeln wie Energie für den Alltag, denn über den Erschöpfungszustand redet man nicht gerne.  

Solche Seminare hätte sich auch der Richter manches Mal gewünscht, vor allem, als er mit Strafrecht befasst war. "Man sieht Fotos von misshandelten Kindern, aufgeschlitzten Kehlen, eingeschlagenen Schädeln. Und es interessiert keinen Menschen, was das bei einem selbst auslöst." Viele flüchten sich in Zynismus und reißen makabre Witze, um damit fertig zu werden.  

Symptome  beim Erschöpfungszustand lassen sich oft lange Zeit verbergen.

Die meisten der Patienten kommen erst in einem fortgeschrittenen Stadium nach Kassel. Viele haben von Kind an gelernt, nur über Leistung Anerkennung zu finden. Und dabei den Blick auf sich selber verloren.

In der Habichtswaldklinik sollen die Patienten lernen, auf die Warnsignale des Körpers zu achten, die sie jahrelang überhört haben; wieder Sensibilität für sich selbst zu entwickeln. "Finde dich selbst" steht auf einer Tafel in den Fluren. Gruppentherapie hilft den Lernprozess zu beschleunigen, deshalb nehmen unsere Patienten an einer Gruppe von 10-11 Personen teil.  

Innerhalb dieser Gruppe redet der Richter zum ersten Mal mit fremden Menschen über seine Krankheit. "Man kehrt hier sein Innerstes nach außen."

Eine kurze Flucht in eine Fantasiewelt mindert Stress

Er geht regelmäßig in die Imaginationstherapie. Dort lernt er, wie man Stress abbaut, indem man sich in kritischen Situationen in eine Fantasiewelt versetzt.

Die intensivste Erfahrung macht er bei der Atemtherapie. Durch tiefes, schnelles Atmen werden die Patienten in eine Art Trance versetzt. „Man bekommt die Außenwelt noch mit, steuert seinen Willen aber nicht mehr.“ Für einen Kopfmenschen wie den Richter, der alles über den Verstand regeln will, eine ungewohnte Situation. „Da kommen Dinge hoch, die ganz tief vergraben waren, meist sind das Kindheitserlebnisse.“  

Unter ganzheitlicher Behandlung verstehen wir

☺   für den Körper
☺  
ausgewogene Ernährung
☺   Bewegung
☺   Entspannung

☺   für die Seele
☺   in der Begegnung mit anderen
☺   wieder Zugang zu sich selbst finden
☺   sich selber wieder spüren lernen

☺   für den Geist
☺   Zusammenhänge verstehen
☺   eingefahrene Denkmuster verändern
☺   Kreativität entwickeln
☺   wieder Sinn finden.  

Die Psychotherapie besteht aus einer Kombination von modernen Therapiemethoden, die für jeden Patienten individuell zusammengestellt werden.

Hauptelemente sind
4          Einzel- und Gruppentherapie auf tiefenpsychologischer Basis
4          erlebniszentrierte und körperorientierte Therapieverfahren
4          systemische und familientherapeutische Ansätze
4          Atem- und Körpertherapie
4          Kunsttherapie
4          Balneophysikalische Therapie
4          Entspannungsverfahren

Das Ziel der Behandlung bei Erschöpfungszustand ist, dass Sie
4          vorübergehend befreit von den Alltagspflichten
4          in einer angenehmen und erholsamen Umgebung
4          wieder Kraft und Mut finden

um neue Wege zur Gesundung gehen zu können.

Was kommt nach der Klinik?

Die meisten Patienten bleiben ca. sechs Wochen. Oft reicht die stationäre Behandlung nicht aus. Schon während der Behandlung in der Habichtswaldklinik besprechen wir mit den Patienten, wie es zuhause weiter gehen soll. Da kann ambulante Psychotherapie hilfreich sein. Oder wünschenswerte Veränderungen im beruflichen oder privaten Alltag.  

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Einblick vermitteln, was man tun kann, wenn man sich ausgebrannt fühlt und nicht mehr weiter weiß.

Vielleicht wissen Sie jetzt schon ein bisschen mehr wie es weiter gehen kann – und vielleicht können wir Sie auch schon bald bei uns in der Habichtswaldklinik begrüßen.  

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ihr Manfred Sigwart
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
Oberarzt in der Psychosomatischen Abteilung der Habichtswaldklinik

Animationen animierte Augen

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

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Aktualisiert: Juni 2010

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